Reif für die Insel!!
Dieses mal hatten wir uns die West- und Nordfriesischen Inseln vorgenommen.
Der Start war für Freitag 13.06.08; 10:00 mit der Super Dimona HK 36 TTC 115, D-KEGH geplant. Das Wetter war fliegbar. Wir rechneten damit häufiger geduscht zu werden.
Beim Check fällt uns der zu geringe Luftdruck im Bugrad aus. Luft nachfüllen und die Startvorbereitungen treffen.
Während des Rollens zur 36 rumpelt das Bugrad. „Wohl zu hart aufgepumpt „, denke ich. Beim Startlauf macht das Bugrad ungewohnte Geräusche.
Startabbruch!!
Der Reifen hat keine Luft mehr. Der Reifen ist hinüber! Das fängt ja gut an!
Rad demontieren, in der Halle das Rad auseinander bauen. Der Schlauch hat noch einen Rest Luft und ist unbeschädigt wie sich herausstellt. Nur das Ventil ist undicht. Ein neues Ventil rein, Rad zusammenbauen und ran ans Flugzeug!

- Reifenmontage
Mist! Die Distanzhülse ist beim montieren umgekippt.
Rad auseinander bauen. Neu zusammen bauen! Hülse sitz, Ventil undicht!!!
Alle vorhandenen Ventile getestet. Keines hält die Luft.
An der Tankstelle neue Ventile besorgt.
Mit fast 2 stündiger Verspätung sind wir in der Luft.
Das erste Ziel heißt Bitburg. Bei schönstem Wettermix und gelegentlicher Flugzeugwäsche geht es über Karlsruhe, Ramstein, Trier nach Bitburg.
Unser nächstes Ziel ist Hoogeveen in den Niederlanden. (EHHO). Tanken Flugplanaufgabe und schon sind wir wieder in der Luft.
Unsere Route führt über Dahlemer Binz, den Rurstausee bei Nideggen in der Eifel über Mastricht, Leerdam, die Flüsse Maas und Waal über große Binnenseen vorbei an Amsterdam in ca 1200 ft. In 1500 ft beginnt Luftraum A. Hinaus auf das Ijsselmeer über den Haupteinflugpunkt für den Amsterdamer Flughafen (Pampus VOR). Wir fliegen an der Westküste des Ijsselmeers entlang. Unter uns ziehen hunderte Segelschiffe ihre Bahnen. Die Niederlande sind ein Paradies für Segelschiffe aller Art.
Eine massive Schauerfront zwingt uns bei Enkhuisen zum Flug nach Osten, entlang dem 32 km langen Damm, der die Markerwaart vom Ijsselmeer trennt. Auch mit dem Auto ist es eine beeindruckende Fahrt über diesen Damm. Ein schmales Straßenband, beidseitig vom Meer umspült.
Gegen 18:00 landen wir in Hoogeveen und werden von Fritz abgeholt. Unsere brave GH verbringt die Nacht in einem Hangar. Wir gehen am Abend zum Asiaten essen. Fritz lässt sich überreden morgenfrüh sich mal seine Heimat aus der Luft anzuschauen. Er ist schon viel in der Welt unterwegs aber noch niemals in einem Kleinflugzeug. Das Essen ist vorzüglich! Die Bedienung ist freundlich, aber das Lokal ist leer! Was ist los in Hoogeveen?
Ganz Hoggeveen ist in Orange getaucht. Überall Fahnen und Wimpel. Fernseher, umrahmt von ein paar Bierbänken auf den Strassen. Heute Abend spielt Holland gegen Frankreich! Die zweite Halbzeit und den Sieg der Holländer erleben wir mit Amstel Bier bei Fritz. Der anschließende Autokorso ist nicht ganz so laut wie bei uns in Deutschland. Am nächsten Morgen fliegt Engelbert mit Fritz nach Meppel ein Stück Richtung Zwolle und wieder zurück. Fritz freut sich wie ein Kind. Die Ort sind alle sehr jung. Es ist , dem Meer abgerungenes Land. Die Holländer sind Weltmeister im Wasserbau. Der Flughafen Schipohl liegt 4 Meter unter dem Meeresspiegel, wie große Teile des Landes. Die meisten der Alten Windmühlen wurden zum Wasser pumpen gebaut und genutzt. Die durchschnittlich Hubhöhe betrug ca. 3m. Heute sind die meisten Pumpstationen unterirdisch. Wir fliegen nach Ameland, eine der Westfriesischen Inseln. Unsere Route führt uns Lemmer, die Küste entlang nach Harlingen. Ab hier fliegen wir, der Küstenlinie folgend über das Wattenmeer nach Ameland.
Das Watt schimmert in tausend Farben. Auf den Sandbänken liegen Robben um sich während der Ebbestunden aufzuwärmen und das Fell zu pflegen. Nach ca. 10 Minuten sind wir über Ameland. Wir schauen uns die Insel während eines lang gezogenen Bogens an. Kaum Besiedlung wenige Reet gedeckte, rote Klinkerhäuser, wenige Straßen. Die Insel ist ein Paradies für Ruhe suchende Menschen. Der Grasplatz ist in fester Hand der hier heimischen, zahlreichen Vögel, die hier ihre Brutreviere haben. Deshalb muss man einen Korridor in 1500ft benutzen. Die Landung erfolgt bei kräftigem Wind auf der Schnauze. Während des Rollens werden wir andauernd von den Vögeln attackiert, die laut kreischend und gefährlich nahe das Flugzeug umkreisen.
Nachdem der Regenschauer durchgezogen ist starten wir mit Ziel Sankt Michaelisdon. Nachdem wir die Insel Schiermonnigkoog und den Regenschauer südlich umflogen haben fliegen wir aufs Watt hinaus, schauen uns Baltrum, Juist und Norderney von oben an und wollen in Harle zum Tanken landen. Hier darf man uns wegen der Brutzeit nicht landen lassen. Wir beschließen nach Norden Norddeich zurück zu kehren und dort zu tanken. Der Westwind, der uns bisher mit 25 bis 30 kn nach Osten geschoben hat wird bei der Landung auf der 34 in Norden zur Herausforderung. Bei 28 kn Seitenwind bringt Engelbert die GH sicher an den Boden. Wir warten an der Tankstelle und werden kräftig durchgeschüttelt. Nachdem auch dieser Regenschauer durchgezogen ist fliegen wir bei „Kaiserwetter“ über das trocken gefallene Wattenmeer. Es ist Ebbe. Wir queren den Jadebusen auf Höhe der Mellumplate. Viele Schiffe fahren Richtung Elbe oder kommen heraus. Dicke Pötte liegen hier auf Reede und warten auf höheres Wasser. Wir folgen der Elbe bis Stade und biegen dann nach Südwesten, Richtung Rotenburg Wümme ab. Gegen 15:00 landen wir in Nienburg Holzbalge und werden von Bernd Schwägerin und ihrem Mann herzlich begrüßt. Winfried muss Bernds Geburtstagsgeschenk einlösen und fliegt eine Heimatrunde. Nach der Landung ist er begeistert. Sonntag, heute geht es Richtung Heimat. Unmittelbar vor der heran nahenden Gewitterfront starten wir Richtung Süden und fliegen über Nienburg, Hameln, Höxter, Kassel über die Rhön nach Hassfurt an Main. Bei teilweise tief hängenden Wolken und Regenschauern folgen wir zu erst der Weser und ab Hannoversmünden der Werra. Mit einem frisch gewaschenen Flugzeug landen wir in Hassfurt. Anschließend geht es weiter Richtung Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl nach Poltringen. In Poltringen geht gerade ein heftiger Schauer nieder und ein junger, allein fliegender Pilot hat Probleme die Piper zu landen. Während er seinen dritten, diesmal erfolgreichen Anflug macht, dreht die GH Warteschleifen im strömenden Regen. Endlich ist der Anflug frei. Die GH setzt auf und was ist dass??? Das Bugrad rumpelt. Der Reifen ist platt. Eine erlebnisreiche Kurzreise geht zu Ende. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen von Bernd Leweke und Engelbert Wintrich.












