Streckenflug / Überlandflug

Das größte Erlebnis beim Segelfliegen ist für die meisten Piloten mit Sicherheit der Streckenflug oder auch Überlandflug genannt. 

Hierbei verlässt der Pilot den Gleitwinkelbereich des heimatlichen Flugplatzes mit seinem Segelflugzeug und versucht mit Hilfe der Thermik Höhe zu tanken, die er dann im Geradeausflug in Streckenkilometer umsetzt. Wenn entsprechend gutes Thermikwetter (schöne Schäffchenwolken am Himmel) herrscht, kann man auf diese Art und Weise durchaus große Strecken zurücklegen. Wichtig ist hierbei natürlich ein gutes Verständnis des Wetters zu haben, um die Gegenden mit optimalem Steigen zu finden und dann auch gute fliegerische Fertigkeiten, um die Aufwinde dann gut zu erwischen. Findet der Pilot mal keinen Aufwind mehr muss er „zu den Kühen“, was bedeutet, dass er eine Außenladung auf einer Wiese oder einem Feld durchführen muss. Dies kommt hin und wieder mal vor und wird in der Ausbildung auch geübt, sodass es keine ungewöhnliche oder gar gefährliche Situation darstellt.

Die Segelflugpiloten werden schon in der Ausbildung an den Streckenflug herangeführt. Es werden 2 Überlandeinweisungen gemacht und der Schüler muss dann einen 50km planen und ihn dann eigenverantwortlich durchführen. Bei uns fliegen die Schüler einen 50km-Zielrückkehrflug nach Pfalzgrafenweiler und zurück.


Das Überlandfliegen wird von den Piloten meist unterschiedlich stark betrieben:

  • Es gibt den Genussflieger der gemütlich durch die Landschaft fliegt.
  • Die sportlich ambitionierten Piloten versuchen, ihre Flüge immer weiter auszudehnen, mit dem Ziel möglichst große Strecken zu fliegen.
  • Andere messen sich auf Wettbewerben, die auf verschiedenen Flugplätzen in der Gegend angeboten werden

 

 

Je nach persönlicher Motivation und den Fertigkeiten steigern sich die Überlandflüge schnell auf Strecken bis 300-400 km. Solche Strecken stellen von unserem Fluggelände aus fliegerisch kein Problem dar, da wir genau zwischen zwei thermisch sehr guten Gebieten sind. Zum einen der Schwarzwald und zum anderen die Schwäbische Alb.

Die weitesten Flüge von unserem Flugplatz die bisher gemacht wurden sind über 700 km weit gegangen. Früher wurde diese Strecken noch einfach im geradeaus erflogen und man ist da z.B. Quer durch Frankreich bis an den Atlantik geflogen. Heute legt man seinen Flug um mehrer Wendepunkte um Abends wieder wohlbehalten auf dem heimatlichen Flugplatz zu landen. Die Flugdokumentation, welche früher mit Barograph und Fotoaperrat gemacht wurde, ist heute durch einen GPS-Logger viel einfacher. Dieser zeigt in regelmäßigen Abständen die Position und Höhe auf und speichert diese ab. Abends kann man dann seinen Flug am Rechner anschauen oder auch im Internet für einen dezentralen Wettbewerb einreichen.

Bilder von Überlandflügen findet ihr in unserer Öffnet internen Link im aktuellen FensterGallerie